„Die beste Medizin für den Menschen ist der Mensch."
Paracelsus

Sprachgestaltung

Die therapeutische Sprachgestaltung geht zurück auf die Schauspielerin Marie Steiner und ihren Mann Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie.


Sprache ist eines der wichtigsten Mittel zwischenmenschlicher Kommunikation. Aber sie ist weit mehr als ein Informationsmedium: In der Sprache drückt sich die ganze Persönlichkeit aus. Jeder Mensch hat seine eigene Stimme, eine individuelle Sprachmelodie und Artikulation. An jedem Wort ist er mit seinem ganzen Sein beteiligt: Er verleiht Gedanken und Gefühlen mit Hilfe der Stimme Ausdruck.

Beim Sprechen bilden Gaumen, Zunge, Lippen und Zähne Laute, die den Luftstrom zu Worten formen. Sprache ist gestaltete Ausatmung!

Um zu erfassen, was einem Patienten fehlt oder wo die Sprachgestaltung gesundende Prozesse unterstützen kann, lässt der Sprachtherapeut Sie einen Text sprechen und achtet dabei besonders auf Haltung, Atmung, Stimme, Artikulation, Konzentrationsvermögen und Verständnis. Auf dieser Grundlage können gezielt Schwachpunkte ausgeglichen werden.

Im ausdruckstarken Sprechen vertieft sich der Atem, der Rhythmus eines Textes oder das Versmaß eines Gedichtes beeinflussen die Atmung. Lyrik im Hexameter beispielsweise verstärkt die Harmonie von Puls und Atmung im idealen natürlichen Verhältnis von 4:1(72 Pulsschläge auf 18 Atemzüge pro Minute) und wirkt sich so stabilisierend und gesundend auf die Rhythmen von Herz und Kreislauf aus.

Die therapeutische Sprachgestaltung ermöglicht also nicht nur die Behandlung von Sprach- und Sprechstörungen, sondern ebenso den gezielten Umgang mit unterschiedlichsten Krankheiten im internistisch-allgemeinärztlichen Bereich, da sie grundlegend in das Verhältnis von Körper, Seele und Geist eingreift.

Mit Holzstäben kommunizieren - auch das ist Sprachgestaltung.