„Jede Krankheit hat ihren besonderen Sinn, denn jede Krankheit
ist eine Reinigung; man muss nur herausbekommen, wovon.“

„Leberheilpflanzen erkennen, verstehen, lieben und anwenden lernen“


Bericht von der Kräuterwanderung am 5.7.2015

Die Leber begrüßte alle Kräuterwanderinnen, die sich Sonntags morgens um 7.30 Uhr trafen, denn sie ist selber eine Frühaufsteherin, beginnt ihren Tag allerdings noch viel früher am Morgen, zwischen zwei und drei Uhr.
Auf den Spuren von Pflanzen, die die Leber in Ihrer Tätigkeit unterstützen, begegneten wir den beiden Aspekten der Leber, der abbauenden Tagesseite und der aufbauenden Nachtseite, wobei die Leber schon zur Mittagsstunde zwischen 14.00 und 15.00 Uhr sich zur Ruhe begibt.

Die Fülle der Pflanzen begann mit dem Günsel, dem Ahorn, Löwenzahn, Gundermann und Wiesenstorchenschnabel folgten. Im Baum der Kaukasischen Flügelnuss fanden wir das Urbild der Regenerationskraft der Leber; unter ihr die Schafgarbe, eine der ganz großen Leberheilpflanzen, und die Wiesenflockenblume mit der schönen Körbchen-Knospe.
Am Wegesrand stand die leuchtend rote Mohnblüte, ein Hinweis auf die Re-Synthetisierung des Gallenfarbstoffes zu Hämoglobin; nicht weit davon Johanniskraut, Kratzdistel und Walderdbeere.

Da die Leberorganisation die Flüssigkeitsströme in unserem Körper stark beeinflusst, sind alle Stauungen auch ihr Thema. In der von Bienen und Hummeln umschwärmten Mädesüß-Blüte und dem Labkraut, die beide am Rande des Baches stehen, begegneten wir dem Bild der Leichtigkeit und des Fließens.
Der lieblich anzuschauende Ehrenpreis trägt den Ehrentitel „Allerweltsheil“.

Die Weinreben konnten wir nur von ferne an einer Hauswand begrüßen, dafür aber einer beeindruckenden Eiche mitsamt Eichhörnchen nähertreten; ein willkommener Hinweis auf den nächsten Jahreszeitenabend im Institut Diogenes am Freitag, 25. September, um 18.00 Uhr:
„Die Eiche – stärkende und bewahrende Eichenmedizin“

Mit der Großen Klette und deren Wirkung auf Leber und Galle ging es weiter. Zu ihren Füßen eine kleine Nelkenwurz, deren Bitterstoffe sich erst im Darm entfalten. Auf der Wiese luden Gänseblümchen in großer Zahl zum Pflücken ein. Um auch das Schöllkraut nicht auszuschließen ging es dann eine weite Strecke voran, denn dies Kraut ist unabdingbar im Arzneimittelschatz der Leber- und Gallenheilmittel.

Kurz vor zwei Ahornbäumen, die sich vor uns wie ein „Krafttor“ öffneten, entdeckten wir einige Pflänzchen Ziest, dessen Geruch sehr eindringlich ist.
Nur wenige Schritte weiter, am malerischen Ort mit Blick auf Giersch und Iris, gab es eine Stärkung in Form eines Gierschblüten-Tranks.
Der Rückweg führte zum Wiesenbärenklau, noch einmal vorbei an der Kaukasischen Flügelnuss bis unter einen Ahornbaum. Wir verabschiedeten uns, nachdem wir die indianische Erzählung gehört hatten von dem Versprechen des Ahorns: „ Es wird ein neues Frühjahr geben“.